Writings


20.2.2022
Das nervöse Taschenkramen lässt nicht nach, es will einfach nicht aufhören, es nimmt immer mehr zu
so wie die vermeintlichen Erinnerungslücken [den Horizont zustellen]
die doch genau genommen keine sind,
die genau genommen ihr stetig einstürzendes Spiegelbil sind,
ein Übermaß an Erinnerungen,
ein überbordender Hippocampus
ein das Jetzt stetig befeuerndes Erinnerungsfeuerwerk,
dass die Sinnesnerven verstopft
und Informationen traumgleich
in die falsche Richtung sendet.
Die Wahrnehmung der Sinnesorgane mit den eigenen deformierten Hirngespinsten verwechseln, heißt: Schizophrenie, Wahnsinn.
Wahnhafte Gestalten, die sich vom Neocortex Richtung Sinnesnerven drücken,
sehen, was wir glauben, zu sehen,
gegen die stetig malmende Bedeutungsmaschienerie, Bedeutungszuweisungsmaschinerie des Großhirns haben die Sinnesnerven keine Chance.
Ein Notabschaltsystem im Falle eines Nervenzusammenbruchs ist nicht vorgesehen, oder: der wahnhafte Zusammenbruch selbst ist schon das Notabschaltsystem.

Der leergeräumte Raum füllt sich von selbst, ist unfähig, leer zu bleiben.

24.1.2022
Vom Ich und vom Du
oder
wie zwei Menschen ineinander wuchsen
(Über die Unfähigkeit nicht zu sein)


Die Unfähigkeit, sich zu konzentrieren. Ein Text, der sich nur um sich selbst dreht. Die Selbstbezichtigungen, die keiner hören will. Ein unaufhaltsam rasendes Phantom, das Phantom der glücklichen Liebe, der ewigen.
Kann man etwas lieben, dass man nicht als von sich selbst getrennt wahrnimmt? Ich sammle Artefakte, mein Denkapparat summt, ein lineares Narrativ verweigert sich mir konsequent.
"Wer bist du?", ruft das ich, "ein nicht-ich", ruft das du. "Ein Du. Ein Anderes.", setzt es nach.
Durch die Abwesenheit konkreter Akteure möchte der Erzähler die pochende Wirklichkeit in die Gehirne der Leser hämmern.
Sich selbst vergegenständlichen, weil im Inneren kein Zentimeter Platz mehr ist. Jede Äußerung wird Selbstentäußerung, jede Mitteilung muss sich dem Vorwurf der a) Ergebnislosigkeit, und b) überhöhten Wertigkeit, die man dem Selbst im Gesamtgefüge der Welt einräumt, stellen.
Der Erzähler erträgt seine eigene Geschichte nicht, sie mit dem Leser teilen zu wollen, verwandelt Masochismus in Sadismus, alles unter dem Deckmantel der Erkenntnisgewinnung. Über das Ding an sich möchte er schreiben.
Sollen doch die anderen beurteilen, ob es wichtig ist oder nicht. Es liegt mir fern, zwischen gut und böse zu unterscheiden. Es liegt mir überhaupt fern, zu unterscheiden, ich unterschreibe mit meinem Blut, ganz egal worum es geht.


Ich verlasse das Haus. Es ist 10 Uhr 36 und ich verlasse das Haus. Als ich auf die Straße trete, nach dem ich fünf gläserne Stockwerke hinab gehastet bin, verschwindet das Gebäude hinter mir im Nebel. Ich sehe kaum meine Stiefel unter mir, die von der Schwerkraft angetrieben auf den Asphalt niedersausen, mühsam von den darinsteckenden Füßen wieder angehoben werden, meinen Organismus durch die im Entstehen begriffenen Häuserzüge wälzen.
Ich biege um die Ecke, die Ecke an der ich gestern schon war. Die Ecke und ich wir kennen uns gut. Wir kennen uns so gut, dass (ich sie manchmal nicht mehr wahrnehme) (Konzentrationsschwierigkeiten) (ein Mann, Gabriel, gibt mir ein Ticket) (jede Äußerung heißt, sich als Projektionsfläche anbieten, finde deine eigene Geschichte in der meinen, ich lade dich ein, dich zu mir zu verhalten. Ich möchte die Geschichten nicht bereinigen, es ist gerade das unreine an ihnen, was mir soviel Freude bereitet).
Ein wahrhaftes Manuskript, möchte der Erzähler hervorbringen, ein echtes, unzweifelhaftes, ein verworrenes, das langsam klarer wird, schließlich ein Eigenleben behauptet, durch seine bloße Existenz seine Wirklichkeit bezeugt / unterstreicht.
Ich bleibe an der Ecke stehen, um die ich soeben gebogen bin. Ich blicke zurück, in die Vergangenheit. Ich benutze den inneren Spiegel, der das Nichts, das Gestern heißt, reflektiert. Für dieses Jahr, diesen Tag, diese Woche, habe ich mir eine Mission, eine Expedition, eine Ausgrabung, eine Entdeckungsreise angeordnet, ich bin auf der Suche nach meiner eigenen Sprache.
Ich bin aufgeregt, ängstlich-nervös, übersteigert agitiert, spüre mein Herz schlagen und den Sauerstoff der mein Nervensystem unterhält. Ich lehne jede Bedeutung ab. In ihrer Gesamtheit sprechen die Zeichen zu dir. Bedeutung hat das keine. Was ist? Die Dinge und die Sprache.
Das Wahrnehmen und das Denken. Denken ist nicht. Denken ist Ausradieren und neu zeichnen.
Wie über das Unbegreifliche hinwegschreiten frohen Mutes? Ohne Angst.


Wenn ich diese Tasse loslasse, unter ihr befindet sich kein Tisch, ich halte sie auf Hüfthöhe, dass ist so 1 Meter vertikal über dem Boden ca, dann fällt sie hinab, springt vielleicht nochmal hoch, die Energie des Aufpralls lässt sie vielleicht nochmal nachfedern, vielleicht zerspringt sie in Bruchstücke ihrer selbst, vielleicht bleibt sie ganz, oder vielleicht springt nur das fragilste Teilchen vom verbleibenden Ganzen ab, der sogenannte Henkel.
So funktioniert die Schwerkraft, so funktioniert das Tassen-Fallenlassen, so funktioniert das Henkellose-Tassen absichtslos Kreieren.
Wie funktioniert ein Mensch? Er sprüht Funken und sprüht und sprüht und wächst heran und verliebt sich und möchte bleiben und vermag es nicht und gießt die Bewegung in Blei und blickt glücksselig in die Ewigkeit und spürt die Glieder steif werden und stirbt.
Das einfach so hingeschrieben zu haben erfüllt mich mit Frieden. Da sollte noch etwas kommen, dachte der Erzähler, der Kampf um Leben und Tod, in dem sich die neunköpfige Chimäre in Poseidons Dreizack verbeißt, zischende Reptilien aus den leeren Augenhöhlen stürmen und jedes Stückchen Atemzug mit sich in die Tiefe zu reißen suchen, der in Fetzen fliegende Verstand der um den nach Umnachtung greifenden (Urheber der Geschichte) kreist.


(Bin wieder bereit zu lernen. Lasse los. Verbeiße mich. Habe Angst. Spüre die Auflösung als Nervenkribbeln. Atme tief. Blicke vorurteilslos. Blicke Welt.)
Finde ein Katzenhaar auf meinem Pullover. Dabei habe ich keine Katze. Erinnere mich auch nicht, wann ich das letzte Mal eine zu Gesicht bekommen habe. Das muss Wochen her sein. Trotzdem liegt ihr von weiß ins rötlichbraune gehene Haar hier bei mir auf dem Tisch. Schön ist das, auch wenn ich die Katze nie kennenlernen werde. Der Beweis ihrer Existenz.
Eine ganz kleine, nicht verfolgte Spur reicht aus, um ihre Andersartigkeit zu bezeugen. Ich bin auf der Suche nach eurer Andersartigkeit. Ich möchte etwas blicken, was von mir ganz grundsätzlich unterschieden ist, verschieden ist.
Ich bin auf der Suche nach meiner Sprache um euch als Andere erkennen zu können. Ich schreibe in alle Notizbücher gleichzeitig, oder in keines, oder nicht mehr. Habt ihr die Macht dieses permanent kategorisierenden Nervensystems bemerkt? Die ewige Geschichte von den doors of perception ist nichts als die Geschichte von der Unerträglichkeit des Seins.


Zeig mir deinen Planeten. Ich möchte so gerne hineinkucken, einmal woanders sein. Ich will nicht bleiben, keine Angst, ich verschwinde sowieso, und wenn du das wünscht, früher als geplant.
Vielleicht bin ich manches zu erkennen nicht im Stande. Vielleicht gibt es Welten, deren Existenz ich nicht akzeptiere, in die ich mich nicht hineinzwängen kann, der Kopf explodiert mir schon beim Versuch, durch die Türe zu treten, die Träume schmieren sich gleich darauf die Wände hinab, schmieren alles mit dicker klebriger schwarzer Farbe voll, was vorher grau und atemlos war.
Wenn ich mich zu stark konzentriere, beginnt mein Bewusstsein zu flackern. Ich habe wahnsinnige Angst. Die drängt durch jede Spalte nach außen, ich fühle wie sie durch meine Haut ins Außen hinausdiffundiert, endlich frei sein will. Auf einmal bin ich ganz ruhig. Ich starre die mit bunten Bildern beklebte Wand in meinem Arbeitszimmer an.
Ich bin aber draußen, auf der Straße.
Buddha, neben mir, ein bettelnder Mann, aber das stimmt nicht, er bettelt nicht. Er sitzt da, umgeben von einer Plastiktasche, einer Statue, die in mir die Zuschreibung buddhistisch auslöst, ein Pappbecher, in dem ein paar Münzen geringen Geldwertes schimmern. Er sitzt im Schneidersitz auf einer Matte aus Schaumstoff, eine Decke um die Schultern gewickelt, er spricht nicht, aber er blickt, blickt mit großen Augen ins Nichts zwischen den vorüberhuschenden, manchmal schwerfällig schleifenden, Passanten.
Ich bin nichts ohne meine Wahrnehmung. Meine Wahrnehmung ist nichts als die Welt und ich in ihr.
Es gibt nichts furchteinflößenderes als die Erinnerung. Die Erinnerung vernichtet uns alle. Die Macht über die Welt meiner Gedanken ist unendlich, ich darf und kann alles denken, nur irgendwann irgendwo, ähnlich den Grenzen des Universums, irgendwo hört alles auf. Da ist dann eine riesige Wand, und dahinter ist nichts.
Die Grenzen meines Verstandes.
Ich möchte die Wirklichkeit formen, wie meinen Verstand. Nicht nach meinen Verstand. Sondern wie. Dann müssten wir mit dem Verstand anfangen, sagt das Bild von XX, dass ich auf einen Hintergrund aus surrealem Himmelsgewölk und metallenen Formen geklebt habe. Es zeigt ein hübsches Mädchen auf zwei langen Beinen, die in einer blassroten Strumpfhose stecken, aus der Hüfte wachsen ihr zwei Oberkörper, auf denen zwei Köpfe stecken. Derjenige mit den nackten Brüsten darf nicht sprechen, sein Mund ist von einer Kette verschlossen wobei es eigentlich nach von einer Kette zerschossen aussieht.
Also beginnen wir mit dem Verstand. Doch kommt die Wahrnehmung nicht zuvor? Ich bin der Entkopplung durchaus fähig, nur bringt das weitreichende Konsequenzen mit sich. Die Macht des kategorisierenden Denkens ist zerstörerisch (die zerstörerischste Kraft des Universums).
Wenn ich meine Wahrnehmung formen kann, nennt man das dann Wahnsinn?


Sie fragt ständig nach Erlaubnis. Sie geht auf den Balkon, um eine Zigarette zu rauchen. Sie sagt Bescheid, formuliert es so, doch genau genommen, fragt sie nach Erlaubnis, fragt sie mich nach Erlaubnis. Ich bin Gefängnisaufseherin. Es macht vollkommen Sinn, das sie mich fragt. Denn ohne meine Erlaubnis darf sie das Gebäude nicht verlassen.
Ich nicke liebevoll, stammle ein na klar, dass ihre gesamte Vergangenheit mit einem netten Lächeln und einem hilflosen Schulterzucken auszulöschen versucht.
(Irgendwie habe ich immer das Gefühl genau das tun zu müssen, was mich nicht interessiert, immer genau das können zu müssen, was ich nicht kann. Was ist das?)
Eine andere Frau, eine andere Geschichte an einem anderen Tag.
Die gleiche Geschichte. Sie fragt ständig nach Erlaubnis. Sie erklärt mir jeden ihrer Schritte und blickt mich von unten hinauf an, als erwarte sie Schläge. Sie hat Angst. Sie ist Unsicherheit. Ihre Augen sind groß, die Schultern fallen dem Boden entgegen. Sie versucht nicht da zu sein. Sie versucht nicht wahrgenommen zu werden. Sie versucht zu verschwinden. Ich glaube es gelingt ihr.
Ihr Körper steht da, abgestellt wie eine alte, abgestreifte Haut, die niemand mehr braucht.


Es ist okay, nicht verstanden zu werden, flüstert meine Sprache vorsichtig. Das ist der Wunsch aber es ist nicht notwendig. Es wendet die Not aber es ist nicht nötig. Wir brauchen es nicht. Wir brauchen es sehr aber wir können davon nicht abhängig sein. Wenn wir davon abhängig sind dann gibt es uns nicht. Das ist das Paradox meiner Sprache. Ohne es ist sie nichts.


Ich arbeite in der Psychiatrie. Ich habe einen Job in der Psychiatrie. Ich verdiene meinen Lebensunterhalt durch die Abgründe der Anderen. Ich verdiene an ihrem Leid.
In diesem Moment stehe ich in einer Notunterkunft für Obdachlose. Obdachlose, das sind Menschen die kein Obdach haben. Man spricht jetzt von Wohnungslosen. Weil auch eine Brücke ein Obdach, sprich Dach über dem Kopf sein kann, oder ein Treppenhaus in das man unbemerkt hineinhuschen kann. Soll wohl auch besser klingen. Oder anders.
Doch es ist nicht wichtig wo wir jetzt sind. Denn die Erinnerung katapultiert uns zurück. Einmal angerufen reagiert die wachsame (aufmerksame?) Seele auf die anklagenden Schreie des Ertrinkenden. Er möchte nicht ohne Grund untergehen. Er möchte, dass es jemand befohlen hat. Er möchte, dass es keinen anderen Ausweg gab. Er möchte, dass sein Verhalten nachvollziehbar ist. Er möchte, dass ich der Andere bin. Ich bin es.


Ein Mädchen bricht weinend unter der Dusche zusammen, es gelingt ihr nicht, in ihre frische Jeans zu schlüpfen, ihre Schluchzer werden immer lauter. Ich begleite sie in ihr Zimmer, verpacke die Notwendigkeit, eine Hose anzuziehen so gut in Watte, wie ich es eben kann, das Angebot, auf dem Balkon gemeinsam eine zu rauchen und dann weiterzusehen, stößt auf Gefallen. Da sitzen wir dann, rauchend.


Egal was passiert, nicht anfassen, wir dürfen uns nicht anfassen,
seit dem Beginn der Pandemie dürfen wir uns nicht anfassen, wir werden verbrennen,
ein Komet der dem anderen zu nahe kommt, zwei Planeten können sich nicht begegnen, sie können nur Abgesandte schicken, wir verbrennen in der (Erd-)Atmossphäre des jeweils anderen.
Ich fasse sie trotzdem an, ein Arm auf der Schulter. Sie wird ruhiger, erzählt mir, was niemand wissen darf. Will trotz dem mangelnden Vertrauen ihrer Familie gegenüber heute nacht noch zurück in die tschechische Republik fahren. Oder morgen früh. Wie verletzlich sie ist. Wie wahr alles ist, was sie sagt. Warum sprechen wir nicht?


Wenn die Menschen sich nicht ausdrücken, dann stehlen sie. Stehlen die Lebensenergie der anderen oder verbrennen ihr innerstes Ich als Opfergabe, halt still, dann tut es nicht so weh, heimlich, versteckt, keiner sieht das Feuer, der Rauch erstickt die nach Luft schnappenden Lungen. Alles muss hier drin bleiben, alles muss weg, keiner hat was gesehen, was ihn verunsichern könnte.


Ich möchte einen Charakter erfinden, ihr oder ihm einen Namen geben, da ich wohl in Kentniss bin, dass es sich mit Namenlosen schwer sympathisiert. Können wir in Karl nennen, wie in Karl Liebknecht? Nennen wir ihn Karl. Karl ist das Du in der Geschichte. Er könnte auch Rosa heißen.


Das ich bleibt das ich, für den Moment. Für diesen Moment. Ich.
Ich wandle schlaftrunken nach Hause, morgens um neun. Die Gesichter der Nacht kleben an meinem Bewusstsein fest, ich will sie nicht abschütteln. Es passiert sovieles, wofür wir uns keine Zeit nehmen, wofür wir denken keine Zeit zu haben. Nach dem ich ein paar Bissen Brot hinuntergeschluckt habe, stolpere ich in die Metro um zu Elsa zu fahren. Ich stehe am Bahngleis, ohne Fahrschein, den das wenige Geld, dass ich besitze, brauche ich für andere Dinge. Gleich wird der Zug einfahren. Wie er schon millionenmale eingefahren ist, tausendmal von mir dabei beobachtet, wahrgenommen oder gedacht. Ich abstrahiere von meinen sorgsam zusammengeklebten Gedankengebäuden. Ich denke nicht daran, dass jetzt der Zug kommt. Ich versuche das Wort Zug aus meinem Geiste zu verbannen. Ich versuche nicht zu denken. Ich versuche mir zu verbieten, das der Schubladisierer meinen Sinnen zuvorkommt. Ich stelle mir vor, ich komme aus einer Zeit, in der es keine Züge gab. Ich stelle mir vor, ich bin in dieser Zeit. Die anderen Menschen, die neben mir am Bahnsteig stehen, und zu warten scheinen, auf Gott weiß was, verblassen langsam. Ich stehe plötzlich alleine da. Um mich rum nur grau, von einigen bunten Spritzern übersäht, seltsame Wesen machen seltsame Geräusche über meinen Köpfen, sie bewegen sich mühelos durch die Luft. Dann erfüllt ein lautes Rattern den leeren Raum, mit meinen Beinen nehme ich Vibrationen wahr, die sich langsam an mich heranpirschen. Ich blicke nach rechts. Etwas rauscht heran. Es bringt einen eisigen Wind mit sich, der zerrt an meinem ganzen Körper. Etwas wird immer lauter. Ich bin überwältigt, völlig wehrlos. Es wird langsamer. Ich betrachte seinen eckigen Körper. Es kommt mit ohrenbetäubenden Quietschgeräuschen zum stehen und öffnet sich mit einem Zischen. Drinnen ist es hell. Dahineinsteigen? Dahineinsteigen, murmeln meine Füße, und schon bin ich drin. 






23.8.22

 
boum tschiki boum 
mais si, j'ai le droit d'exister tout seul 

Il n'y a rien qu'un droit 
ni pour exister ni pour rien 
et pourtant je suis là 
 et si tu voudrais jamais, 
tu pourrais frapper à ma porte et 
je t'emportera
 ou 
je te laisserai tomber 
qui saura 
en tout cas pas moi
mais je t'adorerai néanmois 


3.8.22
Ein falsches Wort bringt mich zum Einsturz
Ich bin ein aus Papiertaschentüchern gefaltetes Hochhaus
beim leichtesten Windstoß beginne ich lichterloh zu brennen
Die aufgescheuchten Bewohner springen in Scharen aus den Fenstern in ihren, sie vor den Flammen rettenden, sicheren Tod
wie Wassertropfen zerplatzen ihre Körper auf dem Asphalt


Drei Jahre ohne Kompass – Eine zum Scheitern verurteilte Rekonstruktion

Frankreich. Slowenien. Ein Schlagzeug.
Die Geschichten bleiben stecken zwischen den sich stetig vorwärtswalzenden LKW Reifen.
Die Vergangenheit kennt kein Pardon,
sie steckt dir in den Gliedern wie eine unbequem verbrachte Nacht unter dem betonierten Tisch einer Autobahnraststätte.
Ein alles verschlingendes Grau liegt über der asphaltierten Stadt.
Die asphaltierten Herzen ergötzen sich ihrer Gleichheit.
Der Abstand bleibt unüberbrückbar, die Folge eines Ereignisses auf das nächste gestaltet sich sinnvoll nur in Betracht eines unerschütterlichen Glaubens in die sogenannte Zeit.
Der abgetrennte Körper betrachtet seine Überreste im Wiederschein der brennenden Welten.
Die Hinterbliebenen winken, in weiter Ferne schon, mit zerrissenen Landesfahnen, die die unauslöschbare Herkunft eines jeden, den gewonnenen Kampf der Umstände über das tätige Subjekt bedeuten,
werfen dir wehmutsvoll ihre geröteten Augen nach.
Der Drang alles bis zuletzt zu durchleben lähmt jeden Wiederbelebungsversuch.
Ein begonnenes Abenteuer kommt nicht über seine eigenen Anfänge hinaus,
der Tod als eigentlicher Antrieb der Ideen verfängt sich in seiner Unfähigkeit, schulterzuckend abzutreten. Eine nicht wiedergutzumachende Fixierung auf die inhärente Anomalie des Daseins tritt ein, betritt die Bühne durch die Hintertür.
Führt Regie, wenn alles Existierende einen nicht zu überbietenden Grad an Lächerlichkeit erreicht. An Austauschbarkeit, an Bedeutungslosigkeit.

Reflexion als Destruktion.

Auf der Suche nach fehlenden Konstanten begebe ich mich in die Abstinenz jener Wirklichkeit, die den Horizont mit unerreichbaren Ideen vollstellt. Verstümmelten Extremitäten gleich, verlangen sie nach Wiedervereinigung mit dem verlorenen Selbst.

17.11.2019

Mein Herz ist eine offene Baustelle

auf dem Operationstisch eingeschlafen

ich kann da weder mitmachen noch aussteigen

dieser Traum den wir träumen

wo liegt der Schlafende

wo schläft die Angst

ich kann da weder mitmachen noch aussteigen

es gibt kein außerhalb der Gesellschaft

seltsam vergehen die Sekunden
wir bleiben hängen zwischen drinnen und draußen
ich verspreche mich
dass ich nicht mehr weiß wo unten ist und wo oben
dann versuche ich es mit links und rechts
die Grenzen sind allzu klar gezogen
die verwandten Wörter waschen ihre Unschuld in Blut
drinnen und draußen
das ist es
hier und nicht-hier
wir bleiben stecken irgendwo zwischen drin
ein Teil des zerstückelten Körpers kuckt auf der einen Seite raus, ein Teil auf der anderen
fragend zuckt das Mittelstück vor uns zurück
auf der Suche nach einer Antwort die die Fragen mundtot machen würde

hör auf mich zu quälen
hör einfach auf nachzudenken
ein einfaches Leben was
woher nehmen

ich verstecke mich hier
auf der Suche nach zu Hause
aber das Versteck ist brandgefährlich
es brennt permanent ab
es wird vom Schweigen nicht zusammengehalten

die Schäden sind unbegrenzt
ihr Ausmaß übersteigt meinen Horizont
und das bist du
der sich selbst im Weg steht
da ist sonst niemand

die Erinnerung lügt nicht
es ist der Vergleich mit dem Jetzt
es fühlt sich immer so an als wäre es das erste Mal
und ist es das nicht auch?

ich habe große Angst so große Angst wie noch nie
oder fühle ich sie jetzt nur stärker
ist es der Winter und wo ist der Sommer hin
die Erlebnisse zerreiben meine flüchtig zugreifenden Hände
ich bin in Auflösung begriffen
ich schleife mich ab zwischen den Zeilen
werde weniger
oder mehr

ist das jetzt eine Entscheidung
wer sind all diese Leben
wer sind all diese Menschen
der Kopf müsste bald platzen
zuviele verschiedene Fäden denen es mir nicht zu folgen gelingt

Verzweiflung
ein Wort
ein einziges
und schon weiß man, was gemeint ist


Mentale Kolonien
Nicht-Ich in mir oder mein kolonialisierter Verstand

Wie Schwämme breiteten sie sich in meinem Gehirn aus. Weich, kuschelten sich zwischen die einzelnen Funktionseinheiten, nisteten sich noch in den tiefsten Gräben ein, drangen durch die kleinsten Poren in meinen widerstandslosen Körper ein, bereits kurz nach dem er geschlüpft war, unsichtbaren Pilzsporen gleich wurden sie vom leichtesten Wind auf meinem noch ungepflügten, rohen Feld verteilt: gesäht, das, ohne es jemals wollen zu können, empfänglich war für was auch immer dort drinnen zu wuchern gedachte. Sie wuchsen nicht nur direkt proportional zu meinem zunehmenden Alter, sondern exponentiell, ihnen widersprechende Eindrücke, die auf mich einströmten wurde von ihnen aufgesaugt, entwaffnet, nivelliert, unterschiedlos eingefügt in den unüberwindbaren Kanon der Routine, ihres das System gefährdenden Inhalts beraubt und moralisch zu bedingungslosem Gehorsam verpflichtet, interne Kontrollinstanzen meldeten jede Abweichung, wer nicht gehorchen wollte musste fliehen, bevor er vernichtet wurde, der Kopf und der Krieg, da war kein Unterschied mehr geblieben, bloß waren die Fronten im ersteren so dermaßen verwischt, dass die unterschiedlichen Parteien nur durch minutiöse Beobachtung und permanenter, das Individum bis zum Zerreißen spannender Selbstkritik identifizier- und separierbar waren.
Diese Separation würde mein Lebenswerk sein, oder ich: nichts. [nichts als ein stetig weggewischter Fleck auf dem reibungslosen (makellosen) Antlitz einer milliardenköpfigen (maschinären) [Chimäre] im fortgeschrittenen [hochtechnologisierten] Maschinenzeitalter, die sich knochenknackend vorwärts wälzte, immer noch nicht genug hatte und daran festhielt, Mensch genannt zu werden.

(nie Laufen lernen dürfen)

(niemand spricht mehr vom Zwang)

(du denkst du seist besser als ich weil du dich den Regeln gemäß verhälst, bist du es, der das denkt? Hast du diesen Regeln zugestimmt? Is da irgendein Wert den du dir selbst zusprichst?)

Was gezeigt wird [zur Schau gestellt], ist nicht einmal mehr ein Auszug der Wahrheit
(mehr und mehr zu Bewusstsein gelangend)
nichts als Ablenkung

Fantasy vs. pressure
Die Berliner Mauer in meinem Kopf, Gaza, die vollautomatischen Schussanlagen an den Zäunen der Konzentrationslager, alles hier drinnen, ich in mir drinnen, immer noch eingezäunt, ich atme durch den Gasfilter und das Gift findet seinen Weg, betäubt blinzele ich zum smaragdgrün schimmernden Himmelsgewölbe hinauf, verschämt taste ich mit meiner Linken den bröckelnden Körper ab, den meinen, der nicht mir gehört und nur Wert hat, wenn er sich verdingen lässt um mit ihm Krieg zu führen, gegen das Leben gegen die Freiheit, für ein reibungsloses Funktionieren und Weiterbestehen des Nichts in alle Ewigkeit.

Am Ende des Tages sind meine Gedanken nur ein Abbild der mich umringenden, nach Tod trachtenden Außenwelt, nichts weiter, ich bin das nicht, ich sehe ihnen zu wie den Soldaten die in großen Scharen über die Klippe springen, nicht ohne im Sturz noch nach ihrem Nächsten hin zu treten (schießen (Atombomben)).

Erklärungsmodelle sind von vornherein zum Scheitern verurteilt. Vielleicht gibt es nichts zu erklären.
Ich werde zwangsweise Globalisierungsgegner.
ZWANG!!!!!!!!!
Zu so vielem werden wir gezwungen, doch organisieren wir es selbst und so bleibt es uns im Wesentlichen unbemerkt.

Zwang = Gewalt ?
Kommunikation = Zuneigung ?
Abneigung = Ekel?
Verachtung
M.F.: Die Kunst nicht dermaßen regiert zu werden / sein = Kritik?
I have to I have to I have to

there is no proof of nothing

(aber ich bin das nicht)

proof is the existence of doubt(s)

prove me you‘re true
I don‘t want to believe you
but it’s a choice

Die ideologischen Staatsapparate vertreiben weiterhin selig machende Halbbildungen.

[sogar der Krieg war früher charmanter]
[in the 80s people were afraid about nuclear war]
[fear can‘t be justified]
Die Angst ist niemals gerechtfertigt, wenn sie nichts als Lähmung zu verursachen bereit ist.

PERFORMANCE
den Zwang inszenieren
(I just want to live in peace)

pressure = pleasure

deformated we are ? distorted?
fast fast faster
and no more time to loose
and so we just keep loosing it

Schönheit möchte ich in diese Welt sähen.
(Geben. Vielleicht ist es schwer nachzuvollziehen, nur geben möchte ich. Nimm es an, nimm es mir nicht weg.)

9. Mai. 2018

Between the roughest hands most easily we are
to be torn apart
also between yours
a touch too much
directs to the outside
the chilly morning breeze denudes the night
and shoves us out
into freedom
where no word holds us back no more
where no arms cushion our fall

without further ado we are to shatter
equanimously observing how it breaks
into pieces
the me, the you
inbetween your nervous hands we are decomposing
to dust
as well yours are inexorable wearing me off
touch by touch we are loosing
what we purported to search

Zwischen den gröbsten Händen lässt es sich allzu leicht
zerbrechen
auch zwischen den deinen
eine Berührung zuviel
führt nach Draußen
die kühle Morgenluft entblößt die Nacht
und drängt uns hinaus
in die Freiheit
wo kein Wort mehr zurückhält
kein Arm den Sturz federt

ohne weiteres lässt es sich zerbrechen
blickt ganz gelassen dabei zu wie es
in Stücke bricht
das ich das du
zwischen deinen nervösen Händen zerfallen wir zu
Staub
auch die deinen nutzen mich unaufhaltsam ab
Berührung für Berührung verlieren
wir was wir zu Suchen vorgaben

25.4.2018

What’s behind all of this
it is very brave
the bravest I can do
is to admit
that it’s people like you
that keep me alive

you might think I attach too much to you
you think i might clutch to you
in contrary i gave up on clutching to myself
when the last herbs have burned
and left the earth covered in ashes of all kinds
there’s nothing to clutch to

25.2.2019

Ich will einfach niemanden mehr sehen
bedeutet natürlich nur
ich will die Wirklichkeit sehen
alles andere interessiert mich nicht
wohin mich diese Konsequenz bringt
in die Einsamkeit

ich finde keine Momente
sie entrinnen mir
auf einer verzweifelten Jagd
die nichts als Flucht bleibt

es gibts nichts zu suchen ohne Zeit
es gibt keine Zeit mehr
wo kann ich sein
es gibt kein ich mehr kein du
wir sind alle ebenso anonym wie verzweifelt
nenne mir eine Theorie die daran etwas ändert
der Blick aus dem Fenster
was zeigt er dir

die Gesichter die an mir des tags vorüberhuschen
zurückgezogen oder lautstark
sie sagen mir nichts
die sogenannten Menschen

ich lese ihre Geschichten, die lauwarm bleiben
sie fallen mir zu tausenden in der Straßenbahn entgegen
sie stoßen mich ab
ein Gefühl des Ekels bleibt an mir kleben
es gelingt mir nicht, mich davon frei zu machen
es gelingt mir nicht, Abstand zwischen uns zu bringen
ausreichend Abstand
oder ihn ausreichend zu verringern
ständig bleibe ich in dieser Halbwahrheit
dieser Nicht-Nähe
dieser Nicht-Ferne stecken

breche mir dabei das Affektkostüm, das mein Knochengerüst nach Innen zusammenhält
und gehe in einem fragmentierten Stück nach Hause
das Bewusstsein, dass es trotz allem ein Ganzes bleibt
erlaubt dem Schmerz nicht sich unbemerkt davonzustehlen

er klopft mit vorgehaltener Hand von Außen an die Glasscheibe
und ruft
ins leergebliebene Innen hinein

21.8.2018 10:31

ich gehe achtlos unter den Sternen umher
ein Bewohner wie jeder andere
werfe mit Grausamkeiten um mich
es interessiert mich einfach nicht
wie wir hir zu leben gedenken
ich dachte niemals dass es so sein könnte
ob es jemand jemals so dachte, dass es so sein könnte
ich bin überzeugt von meiner Unwissenheit
sie klebt hartnäckig an meinen jeden Grund aufwühlenden Fußspitzen fest
macht die Flucht unmöglich
und das Vorwärtskommen zum Hinderniss

ich stolpere zaghaft durch den Morast
die mich in meinem Inneren zusammenhaltenden Affekte suche ich im Dornengestrüpp abzustreifen
Brombeersaft tropft dabei süß auf meine leicht geöffneten Lippen
wild um mich schlagend gefriere ich zu Stein

22.12.18

Sag mal, was weißt du eigentlich von mir?
Sich im Spiegel beim Sterben zusehen, was heißt das genau?

Tag für Tag schlittern wir gen Abgrund.
Denkst du nicht, das muss einmal aufhören?

Denkst du, das Schweigen könnte die Gewalt brechen?


2017

perforated – durchlöchert

Der Kopf sträubte sich
die Haare standen in Fetzen von der Decke ab
vom Kopfdeckel der wieder mal fremd
von außen betrachtet
offen geblieben war
offen stehen geblieben war
vermeintlich nach Luft ringend
dahinter nichts verbergend

nicht im Stande sich selbst zu verbergen
nicht im Stande sich selbst zu vergewissern
im Wesentlichen ohne die bestetig auf ihn einströmende, in ihn einströmende Wirklichkeit
aufzuhalten, zurückzuhalten im Stande

mit einem Blick in den Spiegel
mit einem verlorenen Blick der sich heimlich davonstahl um sich gedankenlos in den Spiegel zu werfen
gedankenlos geht nicht, ist also: tot
im Wesentlichen Abwesenheit
die Verflüchtigung des Selbst im Antlitz der Anderen
Zu Dir habe ich nicht gesprochen
Aber warum sprichst du dann
habe ich nicht
aber die Wörter purzeln nur so heraus
ein zu Hause ist das nicht
nein fremd
aber diese Wand will vollgeschrieben sein, so schnell wie möglich,
bevor einer denkt sie wär eine Wand
ich erkenne Dich bald nicht wieder

Aber wegzugehen fiele mir wirklich nicht ein
die Menschen sind nicht krank sondern schön
M. spricht von seiner wütenden Liebe zu seinem Land
lass es die wütende Liebe zu den Menschen sein
ich wünschte mir fiele das nicht ein
doch die Krankheit ist eben keine Krankheit sondern eine Entscheidung
weiter nichts
die wuchert über sich selbst hinaus
wuchert aus sich selbst heraus
verbirgt sich von außen und findet im selbst nichts weiter als den Samen aus dem es sprießte
mit offenen Armen suchst du die Krankheit zu umfangen, festzuhalten, lieb zu haben
die offenen Augen starren sie in dich hinein
ein Herz zieht sich zusammen und schafft den Absprung nicht
ein geheucheltes Nein, ein geröcheltes Ja, verkehrt herum
also stehen sich die Tatsachen schweigend gegenüber
interessiert dich das
von der Wirklichkeit
krankhaft ist das
die Wirklichkeit
hat das Krankheitswert
aber ich weiß darüber nichts
ich bin gekommen um zu schweigen
ich bin gekommen um nichts zu tun
ich bin gekommen um zuzusehen
ich bin gekommen um zu verschwinden

so ist das nämlich
mit mir und der Welt
wir sehen uns nicht in die Augen
wir starren aneinander vorbei
manchmal geht ein Mond auf oder unter aber es ist die Erde die sich dreht
und die Sonne die in die menschlichen Augen hineinleuchtet
aber ein leeres Bankkonto lässt sich nicht ignorieren
ein sterbendes Kind fällt in der allgemeinen Schlacht ums Leben
nicht weiter auf
es fällt eben einfach hin beziehungsweise um
es hat nichts worauf es sich beziehen könnte
also bezieht es sich nicht mit ein
es bleibt im Dunkeln sitzen
damit seine offenen Augen einmal nichts sehen müssen
es sitzt da ganz gut
im Grunde genommen
was es nicht kennt vermisst es nicht
dreht ihm nur den Magen um
dreht es aus ihm heraus
bläst ihn auf bis er von innen an die Körperwände drängt
sie nach außen ausbeult,
den kindlichen Körper bis zur Unkenntlichkeit verformt
das eben noch durchblickte Fenster
ist zum Traumfenster geworden
die Fensterläden sind fest verschlossen
und der Körper zu groß um sich herauszuwinden
ein viereckiges Auge weiter nichts
das ins Nichts blickt, aus dem baufälligen Haus heraus
das im Wesentliche der eigene
der fremde Körper ist
in dem das eigene Ich verworren haust
die Mauern des Ich umschließen es zärtlich bis die Luft in den Ritzen kläglich stecken bleibt
ich weiß nicht mehr weiter
es gibt nichts weiter zu wissen
erstickt starrt es den Abhang hinunter
ringt nach Luftstößen die es umzuwerfen im Stande sind,
es in Stücke zu schlagen bereit sind
es den Hügel hinunterzuwerfen vermögen
auf dass es an den Klippen zerschellen kann
und das im Inneren eingeschlossene Saatkorn freigeben möge
auf dass es von Neuem beginnen könne
sich in die steinige Erde zu bohren

11.4.2018
All my love becomes doubt

Meine ganze Zärtlichkeit wird zu Zweifel.
In deinem Angesicht.
Im Glanz deines verblassenden Gesichts
wird all meine Zärtlichkeit zu zartem Zweifel.


11.06.17

Den Kopf entzweiend
ich bin das ja und das nein

ich stehe bewusstlos neben mir
und nicke entschlossen mit dem Kopf

ich bin das gestern und das morgen
bin das kurz davor und auch das kurz danach

aber davon würde die Welt nicht anders werden
oh doch davon würde die Welt anders werden

nichts bleibt ohne Einfluss
alles ist vergebens

jede Handlung wird im Keim erstickt
ich bin bereit das zu vergessen da es gelogen ist

in bunten Buchstaben schreiben wir die Liebe an die Wände
und übermalen sie anschließend in dunklem Schwarz

wir werfen Licht in die dunkelsten Höhlen hinab
und werfen uns selbst gleich hinterher, schreien von unten rauf noch mach das Licht aus

wir heben den Boden aus auf dem wir stehen und wecken die Toten
und flüstern ihnen Leben in die blähenden Nüstern

sie antworten nicht erstmal nicht
aber wohl hören sie das flüstern und fühlen doch den frischen Luftzug in ihrem verstaubten Inneren

einmal geboren ist das Leben frei
es blickt erschrocken um sich

sieht nur Wände vollgeschrieben in fremden Sprachen und weit und breit weder Leitern noch Türen
und Gesichter und Gesichter und Gesichter und Gesichter und Gesichter und Gesichter

und Körper die zu ihnen gehören über es gebückt stehen sie
werfen lange Schatten übers Neugeborene und wissen nichts davon

es zweifelt nicht es zweifelt nicht es zweifelt nicht es zweifelt nicht es zweifelt nicht
ist deren Existenz so sicher wie der eigenen
nicht im Stande anzuzweifeln die Hände die es tragen füttern schlagen

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

I‘m falling
I‘m falling
I‘m falling

I am flying
I am flying
I am flying

And than I crash.

so much work and no love
so much work and no love
so much to say and noone to say it with
so much to say
so much to talk
so much truth
and no lies
so much truth
and noone who cares about it
so much words which are hiding underneath your bed
so much love that doesn‘t dare to step into the plain daylight

so much nothing
that wants to be filled

so much tears
that never are cried

so much love
and noone to give it to

so much grieve
and noone to grieve for

30.04.2017, 18:22

La tête est la guerre

Es hatte hier eine Bedeutung gegeben

ich saß im dunklen Zimmer

(sie saß im dunklen Zimmer)

und da saß ich noch immer,

da würde ich noch immer gesessen habe

wenn ich nicht aufgestanden wäre

um fortzugehen

das Alleinsein als Status Quo

als Grundbedingung des menschlichen Daseins

rechtfertigt noch die absonderlichste Ablenkung vom eigenen Selbst

ich kann nichts hören
die Wände sind meterdicke Qualen
aber sie schützen dich nicht
es müsste still sein,
dabei rauscht es

mal zitterst du wie die Blätter im Wind,
mal lässt Du dich übermütig von ihm fortreißen

ich liefere mich aus
ich liefere mich freiwillig aus
ich will fort fort fort
zerschnitten sein
verpackt
es muss nicht unbedingt hübsch sein
Hauptsache zerteilt
in seine Bestandteile aufgelöst

damit der Wahnsinn
sein Kern
gespalten wird
er pochend in jeder Zelle am Leben bleibt
aber doch die Metalltür nicht aufbrechen kann

Wir laufen Gefahr
die Gefahr läuft nicht
sie sitzt
sitzt auf Deiner Brust
das Atmen fällt schwer
aber die Gewohnheit gewöhnt sich für gewöhnlich an alles

II.
Würde ich es zugeben, dass ich mich nach Dir sehne
würde ich zu Dir fahren
würde ich denken ich bin wer würde ich Dich suchen gehen
wäre ich mir dessen sicher hätte ich dich nie bemerkt

würde ich den Fluss durchqueren
ohne Aussicht auf Ufer
wer ich
was ich
ein Fremder auf Abwegen
Vertrauen suchend
sein eigenes Vertrauen beständig heimsuchend
unerbittlich

das Ausmaß meiner eigenen Melancholie enttäuscht mich beständig
nein es überrascht mich nicht
es quält mich
ich kenne es gut
wir müssen uns übergeben
aber nicht in Deinen Armen
wir müssen es vorher tun
und dann später nochmal von vorne

möchte Dir begegnen in dem Gefühl ich zu sein
bin aber immer ich
nur fehlt die Erde zwischen den Zehen von Zeit zu Zeit
der Kopf steht Krieg
und zerstückelt jeden Anflug von Ganzheitlichkeit

la tête est la guerre

7.1.2017

Ich gehe jetzt weg ich gehe jetzt weg ich will jetzt weggehen und sitze eingeklemmt in meiner viel zu kleinen Streichholzschachtel, die mit Erinnerungen vollgestopft ist, aber es sind gar nicht die Erinnerungen, die sich hier stapeln, sondern nur ihre Abzüge, die kiloschweren Negative der schwerelosen Originale, ich möchte im Stehen schlafen, etwas anderes ist in diesem Durcheinander, das doch irgendwie ich bin, auch kaum mehr möglich.
Ich möchte alles anzünden, oder zum Fenster herauswerfen, damit es endlich weg ist, und ich alleine bin, mit mir.

Die leeren Versprechungen sind schwer zu unterscheiden von den lebhaften Begleitern, denen das Blut frischer Vergangenheit noch anhaftet, die schön sind, und wirklich.

Hier nicht sein zu müssen, erfüllt den leeren Raum mit Träumen.


2.07.2016

Ich denke, ich sitze und denke.
Gestern war mir nach weinen zumute, nun fühle ich mich seltsam abgeklärt, als ob mich das alles gar nichts anginge.
wer bin ich? Was will ich?
Ich will hier weg. Ihr seid alle gar nicht echt. Dass wesentliche hat sich aus dem trüben Augenlicht schon lange verabschiedet, und ich, ich bin müde, so müde,
mir ist alles zugefallen, nur die Augenlider stehen noch weit offen.
Da gibt es niemandem, dem es etwas zu beweisen gilt.
Ihr könntet ebenso gut tot sein.
Und ich, nun ich? Vielleicht ebenso, zucke widerwärtig gegen die fortschreitende Zersetzung an.
Ich will Dich nicht kaputt machen, und ich will auch nicht, dass du mich kaputt machst.

Was ist so geil am kaputtmachen, sich gegenseitig zersetzen, zerfetzen, kann mir das mal einer erklären?
Ich bin doch kein Flachbildfernseher, und Preis habe ich auch keinen.

Ist es mein Leben, dass ihr so nötig zum Atmen braucht.
Verspeist meine Seele, und lächelt treu dabei, und reumütig seid ihr, zu einem Grad dass sich jeder Köter den Kopf abbeißen würde, wäre er anatomisch dazu im Stande.

Ich bin müde, so müde, unendlich müde.

Gibt es da was zu verstehen? Die ganze Welt ist völlig durchgedreht, was gibt es zu erwarten?
Nichts, und immer wieder nichts
und wieder
nichts
und immer wieder
überhaupt nichts

Ich halte den Atem nicht an,
wo ist das alles hin
Puppe trifft Puppe
spiel Dich selbst,
so spiel doch,
zumindest Dich selbst,
wenn du schon sonst nichts kannst.

Die Großstadt und das Dasein der sogenannten Normalen ödet mich an.
Wie lange wird es dauern bis ich Dich anöde, bis Dir meine ständigen Fragen das gewohnte, gewöhnliche, bequeme Dasein traktieren?
Wie lange bis Du mich für das verachtest, was Du einst an mir liebtest?

Ist ein Du nicht immer fiktiv?
Genauso wie ein Ich?

Ich bin niemand. Ich bin einfach. Sonst gar nichts..
Ich bin nicht Die, und nicht Die, und Die auch nicht.

Der Schubladiesierungswahn ist ökonomisches Verwertbarmachen, der Konsum und Profitlogik entlehnt und niemals zurückgegeben, wir haben uns nicht geweigert und jetzt ist es in uns drin, sind wir, Waren der Warenlogik geworden, uns selbst rasend rasant mit Preisschildern versehend.

Ein bisschen tiefer blickend?
Nein DANKE
Ich habe meine BIlder
und ja sie haben mich
Ich habe meine Freunde
und ja sie haben mich
Ich habe mein Haus
und ja es hat mich
Ich habe meine Ideologien
und ja sie haben mich
Meine Ideologien, sie brauchen mich,
und ja, ich brauche sie.
Meine Käufer, die brauchen mich,
und ja, ich brauche sie.
Meine Konsumenten, die brauchen mich
und ja ich brauche sie

Wer Spricht?
Ein Ding, so gewöhnlich, wie Du und Ich.

[Meine Liebe lebt nicht, meine Liebe stinkt, stinkt nach Geld und Leistungsansprüchen
Meine Freiheit bewegt sich nicht. Ich hab sie vergraben zwischen Träumen und unbefangenen Ideen,
tief tief unten
weit unter dem Meeresgrund
denn dort wird nie einer nachsehen, schon gar nicht ich.]


1.02.2016 14:47
Die Spuren der Verwüstung bleiben blind

Die Spuren der Verblutung sind leer.
Alles ist ausgeblutet
zum sterben aufgehängt
kein Wind weht hier
im alles umschließenden Vakuum
die Zeilen bleiben leer
seltam hingeschliffen, vereist
es tröpfelt stetig Blut aus dem blutleeren Körper
ein Fass ohne Boden
wer ich
oder du
oder ich
oder doch du
die zeit bleibt bewegungslos
rasselt lautlos die Treppen hinab

der Dunst verklärt sich
im Nebel bleibt nichts
tritt hervor um sich selbst auszulöschen
der Kopf steht Krieg
und alles wesentliche erscheint nur versehentlich

lass ein Wort fallen
oder derer zwei
unbedacht
fassungslos
entwirrt
stetig in Veränderung begriffen

die Welt eine Wunde ohne Verbandskasten
ein schriller Schrei im toten Wald
das Echo verblasst auf den erstarrten Gesichtern der blind-Sehenden

es flüstert
es schreit
es flüstert
es wirft
es nichtet
es wird
und wird und wird und wird

nichts

nirgends

ich habe alles was ich brauche
nichts
gar nichts
überhaupt nichts

Die Freiheit kaut sich verbissen die Fingernägel ab
Mein Schatten kauert lauernd in der Dunkelheit
kein Weg zu zweit

jede Biegung
offenbart einen weiteren Abgrund
der schreit
stürz dich, so stürz dich,
stürz dich endlich hinein


18/7/2016

Ein Vater hatte seine siebenjährige Tochter im Meer ertränkt.
Sie hatte ihm nie ihm Haushalt geholfen.

Der Hintergrund:
Er fand das ungerecht, und sie ein freches, schamloses Luder, dass sich in dem von ihm blutend erkämpften Wohlstand sorglos badete, so wie ein Parasit sich’s im Wirt, ohne Rücksicht auf dessen Verluste, bequem einrichtet.
Sein ganzes Leben lang, hatte er einem verkommenen Ideal von falscher Gerechtigkeit unumstößlich gehuldigt.
So wie sein Vater seine Kinder verprügelt hatte, verprügelte er auch die seinen, alsbald er Vater geworden war.
Jeder Gürtelschlag klatschte im Takt mit einer Rechtfertigung und einer Enschuldigung seiner selbst hernieder.
Du hast dich ehrlos verhalten. Du hast gelogen.
Ich liebe Dich so sehr, dass ich Dir Prügel zufügen muss, auf dass Du ein guter, und rechtschaffener Mensch würdest, so wie auch die aus der Liebe erwachsenen Schläge meines Vaters mich zu einem ehrbaren und rechtschaffenen Manne heranzüchtigen.

er spürte, wie sich seine Lungen langsam mit wasser füllten
er war zum zerbersten angefüllt mit stinkender wirklichkeit


22/11/16

Es verlangt mir nach Veränderung

die ins Land bricht

ja, wenn man sie brechen lässt

wenn man sich zerbrechen lässt

was sowieso unvermeidbar ist

und den Ohren das Klirren nicht

durch Zuhalten zu ersparen versucht

Man widerspricht sich nicht
Halt’s Maul!


22/11/16

Wir leben in Zwischenwelten
elektromagnetische Wellen versprechen
uns mit Geliebtem in Verbindung zu
halten über tausende von Kilometern
hinweg
wir drücken die Leertaste
und lassend das Jetzt einfach aus

skip.

12.9.2016

Mein Kopf schlägt keine Wunden mehr,
nur noch Wände (und die nicht mal mehr knietief)
Auch der Krieg ist angeblich vorüber.
Ich beiße in die Hand, die mich
füttert, immer wieder, beiße tief hinein.

Deswegen komme ich auch nicht ins Fernsehen,
da kommt das Fernsehen in mich,
da kommt das Fernsehen in mir,
wichst sich in mir einen ab,
lachend
>Ich sehe mit Deinen Augen<>Du siehst mit meinen Augen< 

20.11.2016
If you want
you can cut
out my eyes

with a spoon, carefully
to not scratch them in halves

and pin them onto your walls
so that they will forever

stare at you
with that adamant
expression in it, that you
despised and worshiped,
completely depleted of its subjectivity

of that individual
that lives
behind it that lives
in it

if you want
you can cut out my eyes and pin them onto your walls

are you afraid?
why not
are you afraid of prison,
listen to me, I asked you something
are you afraid of prison

ARE YOU AFRAID OF PRISON

you're such a coward

why would I listen
to your cruel fantasies
anyways,
if you don't even dare
to force them into reality?

Are you afraid of reality
are you afraid of reality
ARE YOU AFRAID OF REALITY?

watching anal fisting porn all day long
do you get afraid
when a girl
is looking into your
eyes?

Yes you do

I just don't
understand
what. is.
wrong. with you.

NO - THING.

everything everything everything everything everything everything
everything everything everything everything everything everything everything
everything everything everything everything everything everything everything
everything everything everything everything everything everything everything
everything everything everything everything everything everything everything
everything everything everything everything everything everything everything
everything everything everything everything everything everything everything
everything everything everything everything everything everything everything

not
one
single
day
was
real

you're ar-ti-fi-cial
life is killing you
a little bit more EACH DAY

every desire that you ever felt inside yourself

IT. NEVER. WAS. YOURS.

IT WAS IMPLEMENTED FROM THE OUTSIDE IN ORDER TO MAKE
YOU BUY IN ORDER TO FIT YOU IN
IN ORDER TO DISARM YOU IN ORDER TO CREATE AN ARMY IN ORDER
TO SWALLOW YOU IN ORDER TO FLATTEN THE EARTH
IN ORDER TO EMPTY YOU
IN ORDER TO FILL YOU UP
WITH OUR LIES OUR FEARS OUR HOPES OUR SOLUTIONS

IT'S NOT YOU
IT'S US
WE LIVE INSIDE OF YOU

we conquer your space
it's ours
not yours

who do you think you are
we made you
we move you
we maintain you

you are noone
you are nothing

without use
without us

don't try to shut us down
we will unplugg you
i promise there will be a god
I promise he will make you pay,
i Promise
no need
to believe
in the good or the bad
we will sacrifice you
if you won't do it yourself

here is your comfortable prison cell
surrounded by walls made of glass
here's a rope
and what is yet to come
true
it is
your free will

noone
forced you
listen
it is
listen
you will
be
no
more

words!


18.11.2016

Lass uns ohne Sinn und Verstand dahinlaufen
alles andere wäre ohnehin vergebens

Ein Stein schlägt tausend Wellen,
doch am Ufer,
am Ufer
belächelt man ihn bloß,
dabei ungeduldig wartend,
dass er am Grund anlangt,
um dort im Schweigen zu versinken.


Ich werde in jedem Sinne bodenlos
konzipiert
auch bodenlos erzogen.

Es trägt süße wie faulende Früchte.
Ich schwanke auf einsamen Planken über
dem Abgrund

weit unten schimmert irgendeine Art
von Grund, den ich zu erreichen suche,

ein Boden ist das nicht.


Excuse me mister,
one ticket to paradise please.

Excuse me, how much is it?

Excuse me, but that's ridiculous?


Eine Theorie des radikalen ent-kaputtens muss her

Viele Menschen drücken sich durch Maschinen aus,
mir ist schlecht.


13.11.2016

Werte Dich ab
entwerte Dich
und verwerte Dich

erarbeite Dir ein neues Ich
und zerstöre es schnell wieder
werde niemand
und das täglich
spare Zeit


Verliere mich nicht, bitte bitte,
tue das nicht.

Immer suchend, immer.

Das unerwartet gefundene
erschrocken wegwerfend

Verbrannte Finger rückhaltlos
abtrennen.
sich selbst gnadenlos verstümmeln.


An meinem Körper hängen tausend Apparate.
Ich bin deren Objekt.
Der freie Wille ist ausgetrieben
oder auch freiwillig davon gegangen.

Friss mein Blut
auf dass du dadurch Leben kannst


26.06.2015

Transmission – being – my own meaning
a world in my head
cause the real world
it sleeps underneath your bed